Die Gründung der Traditionsgarde

 

Beim ersten Besuch der Prinzengarde Attendorn auf einem Ball der Blauen Funken Köln sagte der damalige Kommandant Christoph Hoffmann während des Einmarsches der ca. 150 Personen umfassenden Funkengarde zu seinem Adjutanten Dieter Sternberg: „Stell dir mal vor, wir würden in Attendorn einmal so in unsere Stadthalle einmarschieren.“ Die naive, aber folgerichtige Nachfrage, wie er sich das denn vorstelle, beantwortete Christoph wie folgt: „ Ist doch ganz einfach, wir müssen nur alle ausscheidenden Gardisten in einem nicht aktiven Corps auffangen und schon haben wir in ca. 50 Jahren auch so eine Riesentruppe. Aber wenn wir versuchen würden jetzt schon zu reaktivieren, dann könnten wir auch schon früher soweit sein.“

Das erste gemeinsame Bild unserer heutigen Traditionsgarde
Das erste gemeinsame Bild unserer heutigen Traditionsgarde

Die Idee war geboren. Zwar nicht ganz neu – die heutigen Stadtsoldaten hatten einige Zeit vorher ein ähnliches Vorhaben initiiert – aber durchaus Erfolg versprechend. Zunächst musste eine ganze Reihe von Gesprächen über die Machbarkeit im Rahmen des Vereinsrechts geführt werden. Der Vater unseres ehemaligen Kommandanten, Ludwig Hoffmann, eignete sich als Präsident der KG Attendorn natürlich bestens für die Auslotung aller Möglichkeiten. So wurde u.a. angedacht, auch die Roten Funken anzusprechen und bei Ihnen nachzufragen, ob sie sich ähnliches vorstellen könnten. Gleichzeitig wurden von Christoph Hoffmann und Dieter Sternberg bei verschiedenen Gelegenheiten – Sportplatz, Schützenfest, Café, etc. – ehemalige Gardisten angesprochen, wie sie zu einem solchen Vorhaben stehen würden.

 

Ein erstes Treffen interessierter Traditionsgardisten fand noch vor Karneval 1990 in Gablers Kellerbar statt. Das Ergebnis dieses Treffens war der klare Auftrag, das Ziel Traditionsgarde weiter zu verfolgen.

 

Es folgten weitere intensive Gespräche mit dem Elferrat, insbesondere mit dem damaligen Gardebeauftragten Raimund Isphording, der im Herbst 1991 mit den Roten Funken und der Prinzengarde Attendorn im Gasthof zum Öhlchen ein Papier vorstellte, das die neue Gardeordnung in den Statuten der KG Attendorn verankern sollte. Nach langer und teils heftiger Diskussion wurde die Satzung akzeptiert.

 

Von nun an ging alles ganz schnell. Es bildete sich ein harter Kern, der bis heute noch sehr aktiv ist und der bereit war, als Traditionsgardisten die Prinzengarde zu ergänzen und zu unterstützen. Im März 1992 wurde die Familie Hintzen aus Korschenbroich beauftragt, für ca. 10 Gardisten neue Uniformen zu schneidern. Zum Anmessen wurde eigens ein Termin in der Stadthalle Attendorn vereinbart. Pünktlich zum 11.11.1992 waren die Uniformen fertiggestellt.

 

Um sich auch außerhalb der Karnevalstage näher kennenzulernen, traf man sich „mit Kind und Kegel“ am 28. Mai 1992 zu einer gemeinsamen Vatertagswanderung, die bis heute einen festen Bestandteil des Jahresprogramms bildet.

 

Mit sichtlichem Stolz und einer stattlichen Truppe von ca. 30 Gardisten und 3 Mariechen im Rücken konnte Kommandant Christian Müller gemeinsam mit Prinz Thomas I. Dolanc den Einmarsch am 11.11.1992 in die Stadthalle genießen. Angeführt wurde der Einmarsch der Aktiven durch den neuen Zeremonienmeister Toni Sangermann. (Quelle: Otto Höffer; Tradition wird blau geschrieben, Eine Dokumentation zum 100jährigem Bestehen der Prinzengarde Attendorn, Attendorn 2013)